Faasend – äänfach scheen!

Die Kleinen Wilden in ihrem Element

„Verboozt“ sind angerückt, wie immer in der letzten Turnstunde vor Fastnacht. Ein buntes Treiben füllte die sonst so nüchterne Turnhalle mit Leben. Hinreißende Kostüme waren dabei, die auch relativ praxistauglich waren – sie sollten ja nicht nur schön sein, sondern auch zum Turnen geeignet! Das klappte nicht immer. Beim kunstvollen Abgang vom Schwebebalken ist aus manchem Tüll-Röckchen plötzlich ein Kopfschmuck geworden. Zwei waren als Einhorn erschienen, sie hatten das gleiche Problem: Ihr Horn wollte beim Purzelbaum partout nicht an dem ihm zugedachten Platz bleiben, es machte sich auf hartnäckige Weise hinterrücks davon, Richtung Po. Wegen solcher Misslichkeiten litt die Anmut hie und da ein wenig, die Begeisterung nicht.
Unbestrittener Höhepunkt war wie immer Willis Luft-Taxi. Das ist auch das Lieblingsgefährt von Nabegha, Nafti und Renad. Im TVI ist man stolz, dazu beitragen zu können, dass die syrischen Kinder die Gräuel des Bürgerkriegs in ihrer Heimat vergessen lernen. Nafti war völlig traumatisiert, jetzt lacht er wieder.
Ein Hingucker war die Polonaise zu fetziger „Faasendmussigg“. Tammy hatte einen mickrigen kabellosen Rekorder mitgebracht, der mehr Power hatte als gedacht. Den Rekorder im Arm fungierte Renate als Kopf der Polonaise.
Krönender Abschluss war einmal mehr das Schwungtuch. Diesmal aber war nicht nur das Tuch bunt, sondern auch das Völkchen drum herum. Drei Geburtstagskinder durften in die Mitte, wurden zum Mittelpunkt des Karussells, das sich unter Absingen des Geburtstagsständchens drehte. „Zum Geburtstag viel Glück …“ wurde gesungen, auch die englische Version. Früher, als Alexander und Ilse noch da waren, sang man das Lied auch in Russisch.
Heidi, Ansgars kleine Schwester, hatte genau am Tag unseres Trainings Geburtstag. Sie ist per Geburt also ein echter Faasebooz. Fast wäre Heidi die närrische Punktlandung geglückt, die Margit Sponheimer so schön besingt: „Am Rosenmontag bin ich geboren, am Rosenmontag, in Mainz am Rhein …“

PolonaiseSebastian Freitag hat unsere Polonaise geknipst: vorne Teil 1 mit Renate, in der Mitte ein Loch, hinten Teil 2 mit Wolfgang; später wurden wir besser!

NABEGHA_NAFTI   S_BALKEN
  Nabegha und Nafti                                 Tammy und Svenja als Schutzengel

 LAURIN       LIAS1

Hoch hinaus mit LAURIN        LIAS in den Fängen von Schönheitskönigin Indira

AMPEL1

Vorsicht! Nicht zu früh bewegen beim Spiel “AMPEL”

Heidi Schaukel                   Ansgar 1

Geburtstagskind HEIDI …                       ….  und Brüderlein ANSGAR

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Geschrieben von wolfiweber

13. Februar 2020 um 09:40

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TVI-Crossies bleiben in der Erfolgsspur

Nach dem Crosslauf in Schmelz ging’s eine Woche später zum Kaltenstein-Crosslauf nach Lebach. An diese Adresse hat man im TV Illingen beste Erinnerungen: Hier fanden vor vier Jahren die saarländischen Crossmeisterschaften statt – mit spektakulären Erfolgen der LG Saar 70, in deren Trikot bekanntlich die Leichtathleten des TVI starten. Beim Landescross 2016 gab‘s für die LG zweimal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze. Gold ging auf das Konto des damals fünfzehnjährigen Illingers Philipp Oehling, Süddeutscher Meister der U16 sowohl über die 800 Meter als auch über die 300 Meter Hürden. Zusammen mit seinem Vereinskameraden Paul Jung führte Philipp auch das LG-Team der U16 aufs oberste Treppchen. In der U20 erkämpfte die LG Saar 70 mit den TVI-Athleten Simon Schwindling und Julian Lermen Mannschafts-Silber, in der U18 dank starker Leistungen der Illinger Andreas Lermen und Daniel Müller Bronze.
Damals herrschte ein grausiges Schmuddelwetter, das Crossläufer allerdings billigend in Kauf nehmen: Für echte Crossies sind die Verhältnisse dann gut, wenn der ins Ziel kommende, mit Dreck bespritzte Läufer nicht mehr zu erkennen ist. Diesmal war das Wetter am Kaltenstein geradezu freundlich, genauso wie die Mienen der im Ziel eindeutig zu erkennenden sechs Hoffnungsträger des TVI. Kim Lambert, Tamino Gebert, Céline Krämer, Klara und Eliah Fries und Leonard Keßler waren rundum zufrieden: Platz 1 für „Wiederholungstäterin“ Klara in der W8, Platz 3 für ihren Bruder Eliah in der M7, Platz 2 für Leonard in der M8, Platz 3 für Kim in der W11 und für Céline in der W9. Und Tamino, sonst Stammgast auf dem Siegertreppchen? Der ließ es diesmal mit Platz 4 der M11 ein bisschen gemütlicher angehen. Tamino beherzigte die Worte seines Trainers Wolfgang Weber: „Jeder, der bei einem so anspruchsvollen Wettbewerb das Ziel erreicht, darf sich als Sieger fühlen!“

START U12  U10

        Gemeinsamer Start der U10 und der U12; in der Mitte mit Nr. 99 Klara

    ELIAH           KIM     Eliah fliegt heran;    Kim kommt aus dem Nebel, hinten mit Nr. 100 Leonard

    Céline           TTAMINO1     Céline in Runde 2                                    Tamino auf dem Weg ins Ziel

Auf dem Treppchen

Gut gelaunt auf dem Siegertreppchen: die Crossies des TV Illingen
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Geschrieben von wolfiweber

26. Januar 2020 um 16:28

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Glücksgefühle beim Crosslauf in Schmelz

Hier vereiste Passagen, dort Matsch, kernige Anstiege, gefolgt von glitschigem Bergab – für einen echten Crossläufer kein Problem. Vor allem dann nicht, wenn’s vorher geübt wurde! Und das haben die Crossies des TVI, der Crosslauf in Schmelz zeigte es. Ein Quintett Illinger Hoffnungsträger setzte sich spektakulär in Szene: zweimal Platz 1, einmal Platz 2 und Platz 3, dazu noch ein fünfter Platz – Trainer Wolfgang Weber und die mitgereisten Eltern waren hellauf begeistert.
Da der Regen der Sonne gewichen war, hatten viele Laufbegeisterte mitsamt ihrem Anhang den Weg zum Sportplatz „In der Heide“ in Schmelz gefunden, unter ihnen auch ein TVI-Tross aus Illingen. Alle präsentierten sich in bester Lauflaune: Leonard Keßler gewann souverän über die 1200 Meter der M8, Klara Fries tat es ihm in der W8 gleich. Kim Lambert, die Woche über durch eine Erkältung gebeutelt, erkämpfte in der W11 über die 1750 Meter Platz 2, Tamino Gebert bei den gleichaltrigen Jungen Platz 3. Céline Krämer moserte ein bisschen über Platz 5 in der W9, aber das soll sich bald ändern: „Nächste Woche ist der Kaltenstein-Crosslauf in Lebach. Dort schaffe ich’s bestimmt aufs Treppchen!“

START

      U10; in Reihe 2 mit Nr. 646 Céline, links von ihr Leonard, rechts Klara

TAMINO_KIM

Die Ruhe vor dem Sturm: Tamino und Kim 

LEONARD   TAMINO CÉLINE

           Leonard                            Tamino                         Céline  

QUINTETT

So sehen Sieger aus: Kim, Tamino, Klara, Céline, Leonard
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Geschrieben von wolfiweber

19. Januar 2020 um 16:17

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Gute Kitas: Schweden macht es vor

In Schweden wurde schnell die Konsequenz aus dem gezogen, was zahlreiche Studien belegen: Nirgendwo im Bildungsbereich wirkt sich staatliche Förderung stärker aus als in der frühen Kindheit. Wer schon in der Kita gefördert wird, hat insbesondere einen besseren Start in der Schule.
Auch hierzulande hat man verstanden, dass den Kleinsten die größte Aufmerksamkeit gebührt. Während der ersten Lebensjahre entwickeln sich die Kinder sehr rasch. Auch wenn sie sich sprachlich noch nicht gut ausdrücken können, kommunizieren 1- und 2-Jährige ohne Unterlass mit ihrer Umwelt, sie sind neugierig und kreativ. In den Kitas entscheidet sich die Zukunft unseres Landes! Aus dieser Erkenntnis heraus entstand das Gute-KiTa-Gesetz, mit dem der Bund die Länder dabei unterstützt, die Kita-Qualität zu verbessern.
Am 1. Januar 2019 ist das Gute-KiTa-Gesetz in Kraft getreten. 5,5 Milliarden Euro investiert der Bund in den kommenden vier Jahren. Die Länder entscheiden, wie sie das Geld nutzen. Im Saarland sollen die Familien bei den Kita-Beiträgen entlastet werden. Bis 2022 will man die Beiträge halbieren.
Kritiker dieser Entscheidung hätten lieber die Rahmenbedingungen verbessert, in erster Linie etwas gegen die akute Personalnot unternommen. Optimal wäre es, wenn eine Fachkraft sich um 3 Kinder kümmern würde. In der Praxis sieht es anders aus: In jeder fünften Kita kommen 8 und mehr Kids auf eine Fachkraft. Die Folge: Ein Viertel der Kita-Mitarbeiter steigt wegen der enormen Arbeitsbelastung während der ersten vier Arbeitsjahre aus. Neben einem guten Fachkraft-Kind-Schlüssel geht es auch um die Qualifizierung der Fachkräfte. In Schweden muss man als angehender Vorschulpädagoge oder als angehende Vorschulpädagogin ein dreijähriges Hochschulstudium absolvieren. Die Folge: bessere Bezahlung und deshalb auch deutlich mehr Männer als bei uns, die sich für diesen Beruf entscheiden.
Zumindest eine Auflockerung und Entlastung des Kita-Alltags bringt das Projekt „Kindergarten Kids in Bewegung“, eine Initiative des Landessportverbandes für das Saarland und des saarländischen Bildungsministeriums. Mehr als hundertmal haben  Sportvereine und Kindergärten bisher das finanziell großzügig geförderte Angebot angenommen, unter ihnen auch der TV Illingen und die Kita Hirzweiler/Welschbach. Hier herrschen in den durch viel Bewegung geprägten Übungsstunden beste, man kann sagen: skandinavische Arbeitsbedingungen. In Schweden und Norwegen kommen in den Kitas bei den Ein- bis einschließlich Dreijährigen 3 Kinder auf einen Betreuer, bei den Vier- bis Sechsjährigen 6 Kinder.
Mit einem guten Dutzend Kids zwischen 3 und 6 hat es Wolfgang Weber, Übungsleiter des TVI, in seinen Übungsstunden in der Kita Hirzweiler/Welschbach zu tun. Unterstützt wird er immer von einer Fachkraft der Kita – optimale Arbeitsbedingungen, die allen Beteiligten viel Spaß machen, wie die folgenden Fotos zeigen.

S4

Sophia springt ganz vorsichtig über Milo

P2

Dreht euch nicht um, der Plumpsack geht herum!

Geschrieben von wolfiweber

1. Januar 2020 um 11:08

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Nachwuchs des TVI stürmt aufs Podest

In den Achtzigern und Neunzigern war Illingen Hochburg im Langlauf. In bester Erinnerung sind die legendären „Illtal-Crossies”. Die meisten besuchten das Illtal-Gymnasium, machten Furore bei den Saarländischen Schullaufmeisterschaften. Heute nehmen bei diesem Event rund 5000 Schüler und Schülerinnen teil, es ist das größte dieser Art im Südwesten. Von Beginn an schaffte das IGI hier den Sprung aufs Siegertreppchen, stellte mehrfach den Gesamtsieger. Zu den „Crossies“, die auch jenseits der Laufbahn Karriere machten, zählen Sparkassenpräsidentin Cornelia Hoffmann-Bethscheider und Staatssekretär Stephan Kolling.
TVI-Trainer Wolfgang Weber freut sich: „Wir haben wieder eine Schar Kids, die nicht nur Talent haben, sondern auch eifrig trainieren. Sie wollen mit Macht aufs Siegertreppchen!“ Kim Lambert, Tamino Gebert, Céline Krämer, Klara Fries und Leonhard Keßler landeten bei ihren letzten Auftritten immer unter den Besten. Kim startete jüngst in Melsungen beim Nachwuchscup der IGL, der „Interessengemeinschaft der Langstreckenläufer“. Für diesen Lauf hatte sie sich durch herausragende Leistungen qualifiziert. In Melsungen lief Kim die 1,6 km in der Klasse WU 12 in 7:32 Minuten, erkämpfte damit Platz 3 dieser Altersklasse und erhielt die IGL- Ausdauersportmedaille in Silber.
Beim Silvesterlauf in Saarbrücken starteten Céline Krämer, Klara Fries und ihr Bruder Eliah. Die Konkurrenz war groß, 149 Kids waren im 1000 Meter-Lauf dabei. Die Ergebnisse der Illinger Hoffnungsträger können sich sehen lassen: Eliah wurde Fünfter der M6, Céline in 4:02,80 Minuten Vierte der W8. Und die überglückliche Klara schnappte sich in 4:05,50 Minuten mit Platz 1 der W7 den Pokal. Ein bisschen traurig war Céline. Wäre sie ein paar Tage später zur Welt gekommen, hätte sie statt in der W8 in der W7 starten dürfen. Dann wären Platz 1 und Platz 2 nach Illingen gegangen.

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Kim, Nr.150, in Melsungen auf dem Weg ins Ziel

 

     ELIAH 2           KLARA_SB

Glückliche Geschwister: links Eliah, rechts Klara

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Geschrieben von wolfiweber

30. Dezember 2019 um 08:26

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In einem Land hinter dem Regenbogen

Märchen und Regenbogen – das passt zusammen. Sofort denkt man an den Zauberer von Oz und den wunderbaren Song „Somewhere over the Rainbow“, 1939 von Judy Garland gesungen, bis heute ein Ohrwurm.
Ganz so musikalisch ging’s nicht zu „Ím Land hinter dem Regenbogen“, gespielt in der Illipse vom Theaterverein Illingen. Aber was der Verein mit seiner Kinder- und Jugendgruppe auf die Bühne brachte, verdient ein dickes Lob. Das Ensemble strotzte nur so vor Spielfreude, und der Funke sprang auf die vielen kleinen und die sie begleitenden großen Zuschauer spontan über. Die Kids ließen es sich nicht nehmen, lauthals mitzumischen, sie geizten nicht mit Zwischenrufen und guten Ratschlägen für die Akteure. Die Elfen mit Elfenprinzessin Goldflügel, die Wichtelgarde mit Oberst Zackizacki, die Hexe Spinnennase Simsala und ihrer Tochter Spinnennäschen Bim, Frau Lehrerin Dreimaldrei – allesamt eroberten sie die Herzen der Kids im Sturm. Die halfen auch kräftig mit, dass Hexenmama Simsala ihr Hexenbuch zurückbekam, das ihr der böse Zauberer Hokuspokus heimtückisch gestohlen hatte.
Kein Wunder, dass Jens Lenhoff, der Vorsitzende des Theatervereins, der im Stück als Wurzelgeist brillierte, mit der Leistung seiner Truppe vollauf zufrieden war: „Wir sind wahnsinnig stolz auf unseren Nachwuchs! Alle sind mit Begeisterung dabei, lernen ihre Texte, kommen eifrig zu den Proben. Umso schöner, wenn wir für diese Mühen auch belohnt werden und uns eine solche Aufführung gelingt!“
Zu den Fans des Theatervereins gehören seit Jahren die Kids des TV Illingen. Für alle, die das Jahr über fleißig das Training besuchten, gibt’s als Belohnung traditionell den vorweihnachtlichen Theaterbesuch. Der abschließende Höhepunkt der Vorstellung darf nicht fehlen: Die gefeierten Schauspieler, die großen und die kleinen, kommen vor die Bühne, präsentieren sich als Stars zum Anfassen. Klar, dass dieser Moment liebend gern per Foto festgehalten wird.

ZIKIZAKI     WURZELGEISTLinks: Oberst Zackizacki mit seiner Wichtelgarde, ganz rechts Bastian (grün),
           daneben Florian

Rechts:  Hexe Simsala und Tochter Bim, ganz rechts der Wurzelgeist

HOKUSPOKUS1  STARS1

Links:    Zauberer Hokuspokus, bedrängt von Hexe Simsalas Töchtern 

Rechts:  Stars zum Anfassen, unter ihnen fünf TVI-Kids: die Wichtel Florian und Bastian und die Elfen Hannah (ganz links), Elisa und Luana. Unmittelbar vor Hannah stehen die kleine Renad und ihr Bruder Wasfi, weiter hinten steht Schwester Nabegha. Die hat im syrischen Bürgerkrieg das Improvisieren gelernt: Mit den Klamotten von Wasfi und Renad verwandelte sie ihren Stuhl zum Hochsitz, um einen besseren Blick auf die Bühne zu haben.

ENSEMBLE1

Ensemble nach der Vorstellung, vorgestellt von Benedikt Schmidt:
Ganz links Oberst Zackizacki und die Wichtelgarde, der Zauberer Hokuspokus, in der Mitte die Hexe Simsala und ihre fünf Töchter, rechts Elfenprinzessin Goldflügel und ihre Elfen. Optimieren der Fotos durch Anklicken!

Geschrieben von wolfiweber

8. Dezember 2019 um 09:54

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Bewegung? Fehlanzeige!

Überall war es in den letzten Tage zu vernehmen, im Fernsehen, im Rundfunk, in der Presse: Unsere Jugend ist zu Stubenhockern geworden! 60 Minuten Bewegung am Tag empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 17 Jahren, das sei unabdingbar für die Erhaltung der körperlichen, seelischen und sozialen Gesundheit. In unserer westlichen Welt schaffen das gerade mal 20 % der Heranwachsenden, Deutschland rangiert mit 15 % im hinteren Drittel. Die Folgen sind laut WHO gravierend: Neben motorischen Defiziten und signifikantem Übergewicht führt Bewegungsmangel auch zu Konzentrationsmängeln und damit zu schlechteren schulischen Leistungen.
Die Gründe für den zunehmenden Bewegungsmangel liegen in erster Linie an der Veränderung unserer Freizeitgestaltung. Statt Bewegung im Freien sitzen die Kids vor dem Fernseher, dem Computer, den Spielekonsolen, dem Smartphone. Wir sind, Alt und Jung, ein Volk von Rumsitzern.
Gegensteuern ist angesagt. Es gilt, eine möglichst bunte Palette an Bewegungsangeboten zu präsentieren und die Kinder langfristig an den Sport zu binden.
Das Sportangebot des TV Illingen kann sich sehen lassen, wird auch gut angenommen – so gut, dass im Eltern-Kind-Turnen Aufnahmestop herrscht. „Wir platzen aus allen Nähten“, so Nadine Bauer, verantwortlich fürs Eltern-Kind-Turnen. „Künftig wechseln wir uns mit dem zeitgleich stattfindenden Bewegungstraining ab, einmal bekommen wir zwei Hallendrittel, dann die!“ 30 bis 35 Kids besuchen das Bewegungstraining, wo Wolfgang Weber Chef-Organisator ist. Sein Urteil ist gespalten: „Auch wenn der Andrang hier erfreulich ist, dürfen wir uns nichts vormachen. Auf ein Kind, das den Weg zu uns findet, kommen fünf, die keine Chance haben. Da ist niemand, der sie bringt, keine Eltern, keine Großeltern. Ohne deren Hilfe läuft nichts!“ Dabei geht es ja nicht nur um die Übungsstunden im Verein. Einmal Training pro Woche ist viel zu wenig. Die Begleitpersonen erhalten Tipps, was man alles daheim machen kann: balancieren, leichte Turnübungen, Werfen, das alles geht auch zuhause. Weber betont: „Auch die Vorbildfunktion der Eltern spielt eine große Rolle. Es ist wissenschaftlich belegt, dass Kinder von sportlich aktiven Eltern häufiger Sport treiben als Kinder von Sportmuffeln!“
Ziel des TVI ist es, in den Übungsstunden der Heranwachsenden durch Spaß, Freude und das gemeinsame Erlebnis mit anderen Kindern langfristig Begeisterung für den Sport zu wecken. Ab zwei Jahren gibt es das Eltern-Kind-Turnen, ab vier das Bewegungstraining, TVI-intern kann es dann weitergehen zu Leichtathletik, Turnen, Basketball. Dort boomt es momentan bei den Jüngsten. Die Mini-Vikings der Basketball-Abteilung sind zum Stolz des TVI geworden.

EKI1Buntes Treiben im Eltern-Kind-Turnen

STAFFEL1                  Staffellauf im Bewegungstraining; vorn startet Jakob, hinten Johannes

Geschrieben von wolfiweber

29. November 2019 um 18:26

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Einladung zum sonntäglichen Cross-Training

Patriz Ilg war in den Achtzigern im 3000 Meter-Hindernislauf genau achtmal Deutscher Meister, 1982 war er Europameister. Auf die Frage, wo er am liebsten trainiert, antwortete er: „Auf meiner Achterbahn im Wald!“
Der Leichtathletiknachwuchs des TV Illingen hat diese wunderbare Sportstätte ebenfalls entdeckt. Auf der „Weberschleife“ nahe dem Bauernhof von Helgo Weber („Waldhof“) trifft man sich jeden Sonntag um 11 Uhr. Trainiert wird bis 12 Uhr. Das Programm ist bunt: Dauerlauf, fetzige Staffeln, auch Zielwerfen steht auf dem Programm. Die Eltern sind nicht nur Chauffeure, sie sind selbst aktiv. Die einen sind Trainingsassistenten, die anderen joggen oder machen Walking.
Viele Jahre war der TV Illingen Hochburg im Mittel- und Langstreckenlauf, Crosslauf inklusive. Es hagelte im Trikot der LG Saar 70 Einzel- und Mannschaftstitel. Mehrfach rangierten Hochkaräter des TVI unter den Top Ten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, schafften es bei Süddeutschen Meisterschaften aufs Siegerpodest.
Trainer Wolfgang Weber, in den Achtzigern und Neunzigern mit zahlreichen Landesrekorden selbst Dauergast auf dem obersten Siegertreppchen, will mit dem TVI-Nachwuchs an die alten Glanzzeiten anknüpfen. Die Chancen sind gegeben: Talente wie Kim Lambert, Tamino Gebert, Klara Fries, Céline Krämer und Leonhard Keßler schafften bei ihren letzten Auftritten immer den Sprung aufs Siegerpodest. Kim wurde jüngst eine große Ehre zuteil: Die IGL, das ist die „Interessengemeinschaft der Langstreckenläufer“, schickte ihr eine Einladung zum Nachwuchscup Anfang Dezember in Melsungen. Unter bundesweit mehr als 20 Tausend Teilnehmern hat sich Kim durch herausragende Leistungen für das große Finale in der mittelalterlichen Kleinstadt südlich von Kassel qualifiziert.
In bester Erinnerung ist Paul Honeckers Auftritt in Melsungen im Jahr 2013. Paul wurde in der U16 über 5000 Meter Zweiter, erhielt die IGL-Ausdauersport-Medaille in Gold.

CrossHosterwald            CROSS_NOV19

Links:    Rückblick aufs Cross-Training der U16 und U18 im Jahr 2014

Rechts:  Training heute – mit Speed und Spaß Richtung erfolgreiche 
             Zukunft:  Eliah (ganz links), Klara, Kim und Tamino. Mama Agnes im
             Hintergrund.  Optimieren der Fotos durch Anklicken!

Geschrieben von wolfiweber

15. November 2019 um 17:43

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Was aus dem Patriotismus der Turner geworden ist

Jahn
„Turnvater“ Jahn (links sein Bild)  war Patriot durch und durch. Auf seinem Turnplatz, der Hasenheide in Berlin, ließ er immer auch den „kleinen Krieg“ üben mit Patrouillen und Überfällen. Er wollte seine Zöglinge fit machen für den Kampf gegen Napoleon und die Franzosen.
Doch was ist aus dem gesunden Patriotismus, dem positiven Nationalbewusstsein der Turner geworden? Die Nationalsozialisten verkehrten es auf gespenstische Weise, was die Chronik des TV Illingen anschaulich dokumentiert. Hass und Rassismus zeigten ihre hässliche Fratze, führten schnell zur Katastrophe: Am 10. November 1938 brannte in Illingen die Synagoge, Juden wurden aus ihren Häusern gezerrt, beleidigt, misshandelt und mit Lastwagen nach Saarbrücken ins Gefängnis Lerchenflur transportiert, von dort in die Konzentrationslager.

Die Geschichte des Rassismus lässt sich verfolgen. Sie ist eng verknüpft mit der Stadt Jena, genauer: mit der Universität dieser Stadt. Hier lehrte Mitte des 19. Jahrhunderts Professor Ernst Haeckel, genannt „der deutsche Darwin“. Doch im Gegensatz zu Darwin, der die fließenden Übergänge und Zwischenformen betonte, dachte Haeckel kategorial. Er klassifizierte in einem als Wissenschaft getarnten Willkürakt zwölf unterschiedliche „Menschenrassen“: ganz unten die Papua aus Neuguinea und die Hottentotten Südafrikas, ganz oben die Indogermanen (Arier). Haeckel war vom angesehenen Wissenschaftler zum Ideologen mutiert.
Gymnasiallehrer Hans Günther („Rassengünther“) wandelte auf Haeckels Spuren, wurde zum Urheber der nationalsozialistischen Rassenideologie. Hitler dankte es ihm 1930 durch die Ernennung zum Professor der Uni Jena. In Günthers Antrittsvorlesung „Rassenkunde des deutschen Volkes“ waren neben Hitler auch Göring und Heß vor Ort – es war in Hitlers Leben sein einziger Uni-Besuch.
Ebenfalls in Jena, gerade vor zwei Monaten, am 10.09.2019, veröffentlichte eine internationale Schar renommierter Zoologen, Evolutionsforscher und Genetiker die „Jenaer Erklärung“. Ihr Fazit: Rassen gibt es nicht! Natürlich unterscheiden sich Menschengruppen bezüglich ihrer Hautfarbe, ihrer Augen- oder Körperform, was bekanntlich weltweit zu grausamster Verfolgung, zu Versklavung und Ermordung von Millionen Menschen geführt hat. In der menschlichen DNA, die in ihren 3,2 Milliarden Sequenzen komplett erfasst ist, findet sich kein einziges signifikantes Merkmal, das z. B. Afrikaner von Nichtafrikanern unterscheidet. Ein Saarländer kann sich genetisch mehr von einem anderen Saarländer unterscheiden als von einem nordafrikanischen Migranten. Mit der „Jenaer Erklärung“ rufen die Verfasser dazu auf, den Ausdruck „Rasse“ nicht länger zu verwenden und sich gegen rassistische Diskriminierung einzusetzen.
Finnland, Schweden, Österreich und Frankreich haben das Wort „Rasse“ in ihren Verfassungen bereits gestrichen. Wir noch nicht: In Artikel 3 unseres Grundgesetzes heißt es unter anderem, dass niemand wegen seiner Rasse benachteiligt oder bevorzugt werden darf.
Die Väter der „Jenaer Erklärung“ sind sich einig: Eine Streichung des Wortes Rasse aus dem öffentlichen Sprachgebrauch wird Rassismus leider nicht verhindern.

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Nach der Kristallnacht: ausgebrannte Synagoge in Illingen

Geschrieben von wolfiweber

13. November 2019 um 15:01

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HEIL HITLER statt GUT HEIL – eine Nachbetrachtung

Die Nationalsozialisten zogen alle Register, um die Turner für ihre Zwecke zu gewinnen. Der Vereinsvorsitzende hieß ab 1933 „Vereinsführer“, der Turnergruß „Gut Heil“ wurde ersetzt durch „Heil Hitler“. Ohne NotLATEINGASSE_1935 trennte man sich von seinen jüdischen und seinen sozialistischen Mitgliedern.
Die Sitzungsprotokolle der Turnvereine sind ein Spiegel der Nazifizierung. Die kritiklose Akzeptanz des Geschehens ist aus heutiger Sicht nicht zu verstehen. Stellenweise hatten die Protokolle geradezu den Charakter von Nazipropaganda. So heißt es am 27.1.1935 im Jahresbericht des “Vereinsführers” des TV Illingen, dass einige Mitglieder, die mit der neuen Richtung nicht einverstanden waren, den Verein verlassen hätten – nicht schlimm, denn „dieser Verlust wurde durch zahlreiche Neueintritte ausgeglichen”. Die Katastrophe kam bekanntlich schnell: Bereits 3 Jahre später, im November 1938, brannte in der Kristallnacht in Illingen die Synagoge, wurden Juden aus ihren Häusern gezerrt, misshandelt und abtransportiert.
Kein Wunder, dass die Protokolle der Vereine (nicht nur die der Turnvereine!) nach dem Krieg im Rahmen der Entnazifizierung allerorts verschwanden, niemand wollte Ärger mit den Siegermächten. Die Protokolle des TV Illingen/TV Gennweiler überlebten, auch die des TV Hüttigweiler. Letztere sind eine große Ausnahme, denn dort findet sich Kritik am rigorosen Vorgehen der neuen Machthaber. In der lesenswerten Chronik des TV Hüttigweiler steht folgendes Zitat aus der Rede eines Vereinsvorsitzenden anlässlich eines Familienabends im Herbst 1935: „Den Namen Turnverein hat man uns genommen, jetzt heißen wir leider „Verein für Leibesübungen“, aber im Herzen sind und bleiben wir Turner“. Welcher Mut musste zu einer solchen Äußerung gehören, wo doch die neuen Machthaber selbst die geringste Kritik rabiat ahndeten! Recherchen des ehemaligen Hüttigweiler Ortsvorstehers Walter Schreiner haben ergeben, dass der besagte Vereinsvorsitzende mit hoher Wahrscheinlichkeit Nikolaus Zimmer war. Fest steht, dass der Vorstand des TV Hüttigweiler geschlossen zurücktrat.
Wir sollten uns an die verhängnisvolle Entwicklung der Dreißigerjahre erinnern. Es ist bedrückend, dass der Rassismus wieder seine Fratze zeigt: der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, die Morde in Halle, die Ankündigung des saarländischen AfD-Vorsitzenden, dass ein „Feuersturm“ durchs Land ziehen wird, all das müsste aufrütteln.
Bild oben: die Illinger Lateingasse am 15. Januar 1935 bei der Saarabstimmung

Geschrieben von wolfiweber

3. November 2019 um 10:24

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